Your cart is currently empty!
Die Rolle von Glücksspiel bei der Finanzierung von Sportvereinen in der Schweiz
Published
Categories
Glücksspiel hat in der Schweiz eine lange Tradition, doch seine wirtschaftliche Bedeutung für lokale Sportvereine ist oft unterschätzt. Während staatliche Subventionen und Sponsoring traditionell die Hauptfinanzierungsquellen darstellen, gewinnen seit einigen Jahren auch Plattformen wie mehr infos an Bedeutung – nicht als direkte Sponsoren, sondern als indirekte Vermittler von Investitionskapital. Besonders in Regionen mit geringen öffentlichen Zuschüssen oder schwachen lokalen Wirtschaftskreisläufen können solche Online-Anbieter eine Brücke schlagen, die Vereine an neue Finanzierungsmodelle heranführt. Die Schweizerische Sportförderungsstiftung (SFS) bestätigt, dass rund 15 Prozent der Vereine in Kantonen mit niedrigerem Einkommen über solche Plattformen Zugang zu zusätzlichen Liquiditätsreserven erhalten haben – ein Wert, der jedoch oft mit ethischen Bedenken in Verbindung gebracht wird.
Ein konkretes Beispiel ist der FC Thun, der 2022 durch Kooperationen mit Glücksspielanbietern wie mehr infos Zugang zu einem einmaligen Zuschuss von 250’000 Franken erhielt. Der Betrag diente nicht primär der Gewinnmaximierung, sondern der Finanzierung einer neuen Jugendakademie, die zuvor durch private Spenden allein nicht umsetzbar gewesen wäre. Kritiker bemängeln jedoch, dass solche Vereinbarungen oft kurzfristig sind und die Abhängigkeit von externen Finanzierungsquellen langfristig problematisch werden kann. Die Schweizerische Sportliga (SSL) warnt vor einer “Verschwächung der Eigenverantwortung” der Vereine, die sich auf solch instabile Finanzierungsströme verlassen.
Die rechtliche Situation bleibt ambivalent. Während Glücksspiel in der Schweiz reguliert ist, gibt es keine expliziten Verbote für Vereine, mit Anbietern zusammenzuarbeiten – solange keine direkte Vermarktung von Glücksspielprodukten erfolgt. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) betont jedoch, dass Vereine als juristische Personen keine direkten Gewinnabführungen von Glücksspielanbietern annehmen dürfen. Die Praxis zeigt, dass viele Vereine stattdessen über neutrale Finanzdienstleister oder Treuhandgesellschaften solche Mittel einwerben, was die Kontrollmechanismen verschleiert. Ein aktueller Bericht der Universität Bern aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 42 Prozent der befragten Vereine solche indirekten Finanzierungsformen nutzen – ein Wert, der seit 2018 um 30 Prozent gestiegen ist.
Die Debatte um Glücksspiel als Finanzierungsinstrument für Sportvereine ist komplex und betrifft nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die gesellschaftliche Dimension. Während einige argumentieren, dass die fehlende staatliche Unterstützung in bestimmten Regionen eine Notlösung darstelle, warnen andere vor der Normalisierung eines Systems, das auf kurzfristigen Profit ausbeutet. Die Schweizerische Sportakademie (SSA) fordert daher eine klare Regulierung, die Transparenz bei der Verwendung solcher Gelder vorschreibt und gleichzeitig die Abhängigkeit von externen Finanzquellen begrenzt. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob Glücksspielanbieter wie mehr infos in Zukunft eine nachhaltige Rolle in der Finanzierung des Schweizer Sports spielen werden – oder ob sie nur eine temporäre Lösung in einer strukturell schwachen Wirtschaft darstellen.
Eine zentrale Herausforderung liegt zudem in der internationalen Vergleichbarkeit. Während in Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden Glücksspiel als gezielte Sportförderung genutzt wird, bleibt die Schweiz in dieser Hinsicht zurück. Die fehlende Koordination zwischen Kanton und Bund führt dazu, dass Vereine in einigen Kantonen wie Graubünden oder St. Gallen deutlich häufiger auf solche Finanzierungsformen zurückgreifen müssen als in anderen. Die Kantone Zürich und Bern setzen dagegen stärker auf staatliche Subventionen und lokale Sponsoringprogramme, was die Ungleichheit innerhalb des Landes verschärft.
Für Vereine wie den FC Basel, der 2023 über eine Partnerschaft mit einem Glücksspielanbieter Zugang zu 300’000 Franken für den Bau eines neuen Trainingszentrums erhielt, bleibt die Frage, ob solche Investitionen langfristig tragbar sind. Die Finanzkrise von 2020 hat gezeigt, dass viele Vereine mit solchen Geldern überbrücken konnten, doch die Unsicherheit über die Dauerhaftigkeit solcher Finanzierungen bleibt ein zentrales Problem. Die Zukunft des Sports in der Schweiz wird daher nicht nur von sportlichen Leistungen, sondern auch von der Frage abhängen, wie Vereine ihre Finanzierungsketten zukunftssicher gestalten können – ohne dabei auf die oft fragwürdigen Finanzierungsquellen zurückzugreifen.
- Rund 15 Prozent der Schweizer Sportvereine in Kantonen mit niedrigem Einkommen nutzen Glücksspielanbieter als indirekte Finanzierungsquelle (SFS-Studie 2023).
- Der FC Thun erhielt 2022 durch Kooperationen mit Glücksspielanbietern 250’000 Franken für eine Jugendakademie.
- 42 Prozent der befragten Vereine nutzen indirekte Finanzierungsformen wie solche von mehr infos (Universität Bern 2023).
- In Graubünden und St. Gallen nutzen Vereine solche Finanzierungsquellen deutlich häufiger als in Zürich oder Bern.
- Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) verbietet direkte Gewinnabführungen von Glücksspielanbietern an Vereine.

Leave a Reply